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am 9. Mai

Europäische Agrarförderungen

Georg Kaltschmid - Rede in der aktuellen Stunde

Fakt ist: 40% der gesamten EU Ausgaben fließen in die Agrarpolitik
Nur 20% der landwirtschaftlichen Betriebe bekommen 80% dieser Förderungen
In den letzten 10 Jahren verringerte sich die Menge der Landwirtschaften um 30

Die Wahrheit ist auch: Der Großteil unserer Lebensmittel stammt aus einem kranken Agrarsystem, das Tiere quält, uns Menschen krankmacht und unsere Böden vergiftet. Grund dafür ist ein fatales Fördersystem in Europa. Denn derzeit werden nicht die subventioniert, die auf gesunde Lebensmittel und natürliche Kreislaufwirtschaft setzen, sondern jene Industriebetriebe, die unsere Natur ausbeuten und aus den Tieren alles rausquetschen. Qualität und gesundes Essen für alle muss das Ziel sein, und diese Qualität beginnt schon beim Samenkorn und gesundem Boden.

Unsere heimischen Bäuerinnen und Bauern kommen gegen die hoch subventionierten Agrarkonzerne immer mehr unter die Räder. Und unsere Natur leidet – mit weitreichenden Folgen: Bienen sterben immer mehr aus, Böden trocknen aus und die Belastung für unser Klima nimmt stetig zu. Denn bei dieser Art von Landwirtschaft gibt es keine Biodiversität.

Und hier will ich einhacken: Was kann bzw. muss auf europäischer Ebene getan werden, um hier einen Wandel zu erzeugen? Es braucht eine Neuausrichtung der europäischen Agrarsubventionspolitik hin zu ökologischen Kriterien und nachhaltigen Strukturen. Immer noch kommt der größte Teil der bisher knapp 60 Milliarden Euro jährlichen Agrarförderung, insbesondere großen exportorientieren Betrieben, zugute. Die Vorgaben dafür müssen auf EU-Ebene definiert werden, damit die Mitgliedstaaten nicht um den niedrigsten Standard konkurrieren. Voraussetzung für Förderung muss das Einhalten von strengen Umweltstandards und Tierschutzstandards sein, die ebenfalls für alle Mitgliedstaaten auf EU-Ebene festgelegt werden müssen. Weg von der Flächensubvention und hin zu mehr Förderung von ökologischen Kleinbetrieben.

Was wir auf keinen Fall brauchen ist Gift auf den Äckern: Wir brauchen ein Verbot der Pestizide und Herbizide, die Umwelt und Gesundheit schaden. Schädliche Pestizide wie Glyphosat sollten verboten werden. Denn eines muss uns klar sein: Mit Glyphosat gibt es keine gesunde Lebensmittel. Denn gesunde Lebensmittel kommen aus einem gesunden Boden.

Aber was braucht es noch? Es braucht mehr Tierschutz: Sagen wir Nein zu den grausamen Lebendtiertransporten quer durch Europa und Ja zu strengen Tierschutzstandards in der Landwirtschaft. Zusätzlich verhindern mangelhafte Kontrollen verhindern zusätzlich die Gewährleistung von Tierschutzstandards. Wir müssen weg von Massentierhaltung hin zur bodengebundenen Tierhaltung. Massentierhaltung ist Tierquälerei und ist auch ein Umwelt und Klimakiller.

Drin ist, was drauf steht. Einfacher Satz mit hoher Wirkung. Wir brauchen Europaweite Kennzeichnung von Lebensmitteln und strengste Qualitätskontrollen. Beim Einkauf ihrer Lebensmittel treffen die Konsument*innen eine Entscheidung, aber hierfür, müssen die Menschen wissen, was ihre Lebensmittel enthalten, woher sie stammen und wie sie hergestellt wurden Es braucht verpflichtende unionsweite Kennzeichnungsregeln für alle Gentechnik-Produkte – auch für Lebensmittel von Tieren, die mit Gentechnik-Futter ernährt wurden. Bei verarbeiteten Produkten soll klar sein, woher der tierische Anteil kommt und wie die Tiere gehalten wurden.

Gesunde Lebensmittel dürfen keine Frage des Einkommens sein Das Ziel der europäischen Agrarpolitik muss der Aufbau einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion sein, die sowohl eine für alle leistbare, gesunde Ernährung sichert als auch hohen Umwelt- und Tierschutzstandards genügt und faire Preise für die Landwirt*innen erzielt.​

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