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am 6. Dezember 2019

Bio-Bauern in Gefahr

Georg Kaltschmid - Rufe nach neuem Agrar-Fördersystem in der EU werden lauter

Kurzfristig und ohne Vorwarnung strich die Europäische Kommission eine gültige Ausnahme-Regelung für die Weidehaltung. Mehr als 3.000 österreichischen Landwirten droht deshalb ab 1. Jänner der Verlust ihres Bio-Status. Der grüne Landwirtschaftssprecher Georg Kaltschmid reagiert darauf mit Bestürzung: "Im Sinne des Konsument*innenschutz und auch in Sinne des Tierwohls ist die Verordnung, dass es keine Ausnahme zur Weidepflicht für Rinder, Schafe und Ziegen mehr gibt, richtig. Die Konsument*innen verlassen sich darauf, dass wenn sie Bioprodukte kaufen, die Tiere genügend Auslauf haben. Wer Bioprodukte kauft, dem ist auch das Tierwohl und artgerechte Haltung wichtig. Es darf aber nicht sein, dass unsere Landwirte von der Bioschiene abgehen. Gute und gesunde Lebensmittel und ein Überleben der österreichischen Landwirte muss möglich sein. Die Konsument*innen sollen sich auch weiterhin auf die Produkte der heimischen Landwirtschaft verlassen können."

Um zu verhindern, dass über Nacht 3.000 Landwirte ihren Bio-Status verlieren, sei nun die Landwirtschaftskammer gefragt. "Die Landwirtschaftskammer hat dafür zu sorgen, dass ihre Mitglieder nun schnellstmöglich informiert und beraten werden", so Kaltschmid. Eine finanzielle Unterstützung von Seiten der Landwirtschaftskammer für die betroffenen Bio-Landwirte in Form von Sonderförderprogrammen sei auch vorstellbar.

Ein Umdenken müsse auch in der EU-Kommission passieren. Noch immer fließen 80 Prozent der Agrar-Förderungen an Großbetriebe und die industrielle Landwirtschaft, die für einen Großteil der CO2-Emmissionen im Lebensmittelsektor verantwortlich sind. "Das hat mit Tierwohl und Klimaschutz nichts am Hut. Manchmal hat man schon den Eindruck, dass in der EU kleinstrukturierte Betriebe, wie sie in Tirol vorherrschen, gar nicht erwünscht sind. Es werden immer neue Auflagen erteilt, die für die Landwirte hohe finanzielle und arbeitstechnische Aufwände bedeuten. Diese müssen durch ein neues Fördersystem der EU abgegolten werden. Nur so können wir den hohen Lebensmittelstandard in Österreich halten und Tierwohl garantieren", fordert Kaltschmid.​

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