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am 12. Juni

Plastikplage: Und plötzlich will keiner mehr Plastiksackerln

Georg Kaltschmid - Grüne fordern ernsthafte Maßnahmen - Bundesweites Pfandsystem bietet sich an

Dass die SPÖ plötzlich auf den Anti-Plastik-Zug aufspringt, stößt beim grünen Landtagsabgeordneten Georg Kaltschmid auf Verwunderung: "Die Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte haben uns diese Plastikplage eingebrockt. Denn sie haben nicht die Kreislaufwirtschaft gefördert, sondern zugeschaut, wie sich das Einwegplastik in unseren Regalen immer weiter ausgebreitet hat. Ich erinnere mich da an einige untätige Bundesregierungen mit SPÖ-Beteiligung." In Richtung ÖVP und FPÖ holt der Grüne aus: "Schwarz-Blau feiert das Plastiksackerlverbot wie ein Jahrhundertereignis. Dass sie gerade mal das Mindestmaß einer EU-Richtlinie ausführen, wird in der Selbstinszenierung gerne unterschlagen. Tatsache ist, dass sie sich vor echten Maßnahmen scheuen."

Für die Vermeidung von unnötigem Einwegplastik setzen sich die Grünen seit Jahrzehnten ein. Neben dem Verbot von To-go-Produkten aus Plastik und Mehrwegquoten bei Verpackungen sehen die Grünen ein bundesweites Pfandsystem für Plastikflaschen als wichtigste Maßnahme zur Eindämmung der Plastikplage. "Allein in Tirol werden jährlich bis zu 55 Millionen Plastikflaschen verwendet. In den 1990er-Jahren waren noch zwei Drittel der Getränke Mehrwegverpackungen mit Pfand, heute sind es eigentlich nur mehr die Bierflaschen, die nur 20 Prozent ausmachen. Darum habe ich im vergangenen Landtag einen einstimmig beschlossenen Antrag eingebracht, der die Bundesregierung auffordert, Mehrwegverpackungen zu fördern und die Einführung einer österreichweiten Pfandlösung für Plastikflaschen und Aludosen zu prüfen. Auch wenn es diese Bundesregierung nicht mehr gibt, werde ich dafür sorgen, dass sich auch die Übergangsregierung mit diesem Thema befassen muss,“ so Kaltschmid.

Insbesondere die Mengen an Einwegplastik sehen die Grünen als problematisch.  Die Politik müsse endlich Anreize setzen, damit Handel und Industrie auf Einwegplastik verzichten: "Etwa 60 Prozent des Plastikmülls wird nur einmal verwendet und ist damit Einwegplastik", sagt der grüne Konsumsprecher Georg Kaltschmid. "Das ist nicht nur eine enorme Ressourcenverschwendung, sondern auch schlecht für die Umwelt. Plastik ist allgegenwärtig: in Lebensmittelverpackungen, in Trinkflaschen, in Plastik-Tüten und in To-go-Bechern. Dabei wird oft vergessen, wie viele negative Auswirkungen Plastik hat. Nach dem kurzen Gebrauch landet es überall: In unseren Meeren, auf riesigen Müllbergen oder in der Recyclinganlage, wo es erneut unter viel Energieaufwand wieder aufbereitet werden muss. Ja, sogar auf unseren Tellern landet es in Form von Mikroplastik", meint Kaltschmid.​

Factbox:
32 Kilogramm häuft jede*r Tiroler*in pro Jahr an Plastikmüll an.

25 Millionen Tonnen Plastik werden jedes Jahr in der EU erzeugt.

30 Millionen Plastikfalschen werden jährlich nach Tirol importiert.

55 Millionen Plastikgetränkeflaschen werden weggeworfen.

60 Prozent des Plastikmülls wird nur einmal verwendet.

8 Millionen Tonnen Plastik landen jährlich im Meer.

2050 wird es mehr Plastik als Fische in den Meeren geben.

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