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am 6. September

Neßler: „Wenn wir jetzt nicht handeln, zahlen wir mit jedem Jahr noch mehr drauf“

Barbara Neßler - Zunehmende Gefahr von Felsstürzen durch Auftauen des Permafrosts - Millionenschäden durch Dürre in Tirol

Alleine im heurigen Jahr Dürreschäden in der Tiroler Landwirtschaft von 5 Millionen Euro. Österreichweit Schäden in den letzten sechs Jahren in der Höhe von einer Dreiviertelmilliarde Euro. Und die Aussicht, dass es in den kommenden Jahren nur schlimmer werden wird. „Die Klimakrise hat nicht nur in Grönland oder in Afrika fatale Folgen. Sie wirkt sich auch bei uns in der Landwirtschaft und im Gebirge massiv aus. Das Auftauen des Permafrosts im Gebirge sowie die Hitze und Dürre, die wir heuer erlebt haben, werden weiter zunehmen“, macht die Tiroler Spitzenkandidatin Barbara Neßler auf die unmittelbaren Auswirkungen der Klimakrise in Tirol aufmerksam.

Auch wenn sich die Temperaturen des kommenden Wochenendes anders anfühlen: die letzten vier Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1766. Der Juni diesen Jahres war in Tirol überhaupt der wärmste und trockenste in der 253-jährigen Messgeschichte. Umso mehr plädiert die Grüne Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl dafür, dem Klimaschutz in Österreich höchste Priorität einzuräumen. „Wenn wir jetzt nicht handeln, zahlen wir mit jedem Jahr noch mehr drauf. Wir müssen die Wende einleiten“, verweist die 28-jährige neben den Unwetterschäden auf die drohenden Strafzahlungen in der Höhe von bis zu 10 Milliarden Euro, sollte Österreich die Treibhausgase nicht massiv reduzieren.

Die Grünen sehen die besten Chancen, Österreich wieder zum Klimaschutz-Vorreiter zu machen, durch eine umfassende öko-soziale Steuerreform. „Im Moment haben wir ein abstruses System. Wir zahlen dafür, dass wir unten den Klimaschäden leiden. Was wir brauchen, ist eine echte Fairness. Klimafreundliches Verhalten soll über einen Ökobonus belohnt werden“, erklärt Neßler. Dieser umfassenden Reform gehen Maßnahmen voraus, die sich kurzfristig umsetzen lassen. „Das Dieselprivileg, die Besteuerung von Kerosin im Flugverkehr und die Anpassung der Spritpreise an die Nachbarländer, sind drei Maßnahmen, die Österreich sofort umsetzen könnte. Dafür braucht es lediglich eine Mehrheit im Nationalrat“, so Neßler. Genau diese sieht sie aber derzeit nicht. „Klimaschutz plakatieren ist einfach. Aber bereit sein es konsequent anzupacken, das vermisse ich bei allen anderen Parteien“, kritisiert die Innsbruckerin. Besonders auffällig sei der Klima-Schmäh bei der SPÖ. „Auf der einen Seite bei jedem Asphaltprojekt zustimmen und gegen einen CO2 Preis aussprechen und auf der anderen Seite Klimaschutz plakatieren - das ist alles andere als glaubwürdig“, so Neßler.

Auch im Landwirtschaftsbereich werde viel geredet, aber sobald es zu konkreten Maßnahmen komme, werde blockiert. „Eine verpflichtende Herstellungs- und Herkunftsbezeichnung von Fleisch und anderen Primärprodukten in der Gastronomie wäre ein wichtiger Schritt auch im Sinne des Klimaschutzes. Denn was regional erzeugt und verwertet wird, hat keinen klimaschädlichen Verkehrsabdruck“, erläutert Neßler.

Dass die Klimakrise auch das Gefahrenpotential im Alpenraum erhöhe, zeige der Felsabbruch in Kaprun. Der massive Felssturz ist laut Experten auf das Auftauen des Permafrosts zurückzuführen. „Gerade im hochalpinen Bereich steigen durch die Klimakrise die Durchschnittstemperaturen schneller als im Tal. Gerade in unseren vielen schmalen Tälern, ist das eine Bedrohung, die wir ernst nehmen müssen. Umso wichtiger ist es, dass am 29. September der Klimaschutz zurück ins Parlament einzieht“, hofft Neßler auf ein möglichst starkes Comeback der Grünen.​

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