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am 13. Oktober

Grüne Pistenbesichtigung bei Sommertemperaturen: „Da reibst du dir die Augen“

Georg Kaltschmid, Michael Mingler - Kaltschmid erwartet sich eine Debatte über die zeitliche Begrenzung der Wintersaison - Kannibalisierung bringe niemanden etwas

Ein Pistenschlauch inmitten der Tiroler Herbstlandschaft. "Ist das der Tourimus der Zukunft?", fragen sich Landtagsabgeordnte Georg Kaltschmid und Michael Mingler

Skipisten inmitten der herbstlichen Tiroler Landschaft, davon haben sich die Tiroler Landtagsabgeordneten Georg Kaltschmid und Michael Mingler heute in Kitzbühel ein Bild gemacht. „Da reibst du dir die Augen, so unwirklich ist eine 1-Meter hohe Schneespur mitten in der noch blühenden Herbstlandschaft. Bereits am Foto sah das ja vollkommen grotesk aus, in der Realität wirkt eine fertig präparierte Skipiste im 20 Grad warmen sonnigen Herbst nur noch surreal“, fasst der Grüne Landtagsabgeordnete Mingler seine Eindrücke zusammen.

Dass die Kitzbühler Seilbahnen auf Kosten des Tiroler Tourismus-Images einen Werbegag erzielen sei für denen Grünen Tourismussprecher Georg Kaltschmid das eine. „Worüber wir ernsthaft diskutieren müssen, sind die Rahmenbedingungen, die sowas möglich machen. Hier müssen wir einhaken und ein Umdenken erzielen“, erwartet er sich eine Debatte über eine zeitliche Begrenzung der Wintersaison.

„So wie es den Seilbahnbetreibern wichtig war, dass auf den Pisten kein Snowmax zum Einsatz kommt, sollte es ihnen auch wichtig sein, dass der Winter nicht künstlich in den Spätsommer vorverlegt wird. Denn damit wird weiter an der Wettbewerbsspirale gedreht, die sich schon schnell genug dreht. Die Kannibalisierung um Marktanteile bringt niemanden etwas“, sagt der Grüne Landtagsabgeordnete und Walchseer Hotelier.

Er erneuert seinen Vorschlag, dass die Seilbahnvertreter untereinander eine Vereinbarung erzielen sollten, ab wann die Wintersaison in den normalen Skigebieten gestartet werden könne. „Damit würden sie den wechselseitigen Druck etwas rausnehmen und wir würden an einem Strang im Tourismus ziehen“, sieht Kaltschmid Seilbahnvertreter Hörl in der Pflicht. Sollte eine Selbstverpflichtung scheitern, müsse man auf politischer Ebene überlegen, wie man diesen Imageschaden künftig abwenden könne.

Argumente, wonach manche Gäste das früher Skifahren im Grünen annehmen würden, hält Kaltschmid entgegen, dass die Möglichkeit in Tirol ja fast ganzjährig bestehe. „Wir haben Gletscherskigebiete. Hier ist Skifahren in eine natürliche Umgebung eingebettet. Dagegen hat niemand was einzuwenden.“

Der Tiroler Tourismus lebe von der Natürlichkeit der Umgebung. „Ich kenne kein Sujet der Tirol Werbung, auf dem eine Piste im Grünen abgebildet ist. Da wird bewusst unsere Natur, wie sie Tourist*innen vorfinden, in Szene gesetzt. Im Herbst sind das für mich Fotos von farbenprächtigen Wäldern, blauen Seen und golden glänzenden Bergrücken. Um die Welt gehen gerade aber ganz andere Bilder aus Tirol, die den Menschen leider in schlechter Erinnerung bleiben. Oder würden sie ernsthaft in ein Land auf Urlaub fahren oder fliegen, wo sie auf so einer Piste Skifahren können?“, fragt Kaltschmid.​

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