Bezirkegruene.at
Navigation:
am 9. Juni

Sexistische Entgleisung: Grüne machen weiter Druck

Christian Altenweisl - Altenweisl: Landesvorstand der Tiroler Grünen mit drei Beschlusspunkten

Nach der sexistischen Entgleisung von LHStv. Josef Geisler stellt der Landessprecher der Tiroler Grünen, Christian Altenweisl, im Anschluss an die Sitzung des Grünen Landesvorstandes klar, dass es weder mit einer Entschuldigung noch mit simpler Symptombekämpfung getan sein wird. „Beispiellose Beschimpfungen wie diese verbieten es zur Tagesordnung überzugehen, denn das Problem liegt tiefer. Solche Aussagen entlarven eine in Machtpositionen verankertes und damit strukturelles Problem. Frauenfeindlichkeit ist nach wie vor in unserer Gesellschaft tief verwurzelt. Daher heißt es genau hinschauen und nachhaltig handeln“, so Landessprecher Altenweisl.

Viele Tiroler*innen und Expert*innen-Organisationen haben in den vergangenen Tagen zu Recht ihren Unmut kundgetan und auch bei den Tiroler Grünen deponiert. „Die Empörung ist groß und der Ruf nach Konsequenzen wird nicht verhallen. Das zeigt mir auch, dass immer mehr Menschen gegen Diskriminierung und Sexismus aufstehen und sich dagegen wehren. Dies ist der positive Aspekt dieser Krise und wir gedenken dies zur Sensibilisierung zu nutzen“, so Altenweisl, der betont: „Wir machen beim Kampf für Gleichstellung und im Sinne eines Austauschs mit der Zivilbevölkerung auf Augenhöhe auch innerhalb der Koalition weiter Druck.“

Drei Beschlusspunkte dazu wurden im Landesvorstand gefällt, darunter die klare Absage an jede Form von Sexismus, die Einberufung des Koalitionsausschusses in der kommenden Woche, die geschlechtersensible Überarbeitung der Fördervereinbarungen des Landes und die Unterstützung der inhaltlichen Forderungen des WWF betreffend Umweltschutz.

Es sei unabdingbar, dass aus der inakzeptablen Wortmeldung die richtigen Lehren und auch sichtbare Konsequenzen gezogen werden. „Der Koalitionsausschuss ist der richtige Rahmen um offen zu sprechen und Maßnahmen in die Tiefe zu diskutieren“, so Altenweisl.

Der Grüne Landessprecher hält abschließend fest: „Gerade für Menschen, die sich für die Gesellschaft einsetzen, sind Wertschätzung, Respekt und Anerkennung für ihren Einsatz dringend geboten. Genauso wie es einen respektvollen Umgang mit unserer Natur braucht. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals im Namen der Tiroler Grünen beim WWF und allen Organisationen bedanken, die sich für den Erhalt der Tiroler Natur und die Menschen in diesem Land einsetzen.“


---

Die Beschlusspunkte im Wortlaut:

1. Sexistische Äußerungen und Handlungen dürfen in Tirol keinen Platz haben. Das gilt für uns Grüne und das erwarten wir auch von allen anderen Parteien. Die sexistische Entgleisung von Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler bedarf einer intensiven Debatte auf Landesebene über Sexismus, Frauenfeindlichkeit und Gleichstellung. Mit einer Entschuldigung ist es nicht getan. Sichtbare Konsequenzen auch im Sinne einer inhaltlichen Auseinandersetzung sind notwendig. Dazu soll in der nächsten Woche ein Koalitionsausschuss einberufen werden.

2. Es gilt die Bemühungen der Landesregierung für Gleichstellung und Gleichberechtigung sowie gegen Sexismus zu verstärken. Daher sollen unter anderem in den Fördervereinbarungen des Landes Gewaltpräventionskonzepte aufgenommen werden, die auch bei sexistischen Handlungen eine Kürzung bis hin zur Streichung der Förderung zu Konsequenz haben. Die Tiroler Grünen setzen sich dafür ein, dass die Mittel für Frauen-, Gewalt- und Opferschutz und für kritische Männer- und Jungenarbeit weiter aufgestockt werden. Außerdem sollen Antisexismus-Workshops an Schulen stattfinden.

3. Die Tiroler Grünen unterstützen die inhaltlichen Forderungen des WWF, wie zum Beispiel den Stopp der überzogenen Wasserkraft-Ausbaupläne, den effektiven Schutz der letzten noch intakten Fließstrecken, ein Beschwerderecht des Landesumweltanwaltes vor den Höchstgerichten sowie ein Ende der politischen Weisungen zulasten der Natur.​

Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.