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am 25. November 2020

Neßler: Gewalt an Frauen bedeutet oft auch Gewalt an Kindern

Barbara Neßler - Enormer Anstieg bei Kindern mit Gewalterfahrungen im heurigen Jahr

„Wenn heute über Gewalt an Frauen geredet wird, dann muss auch über Gewalterfahrungen von Kindern gesprochen werden. Die sind viel zu oft direkte Opfer, aber auch vielfach stumme Zeugen, die Gewalt mit ansehen und damit auch erleiden müssen. Es wird nun erstmals eine Möglichkeit geschaffen, um Kindern und Jugendlichen bis 18 aus schweren Familienkrisen herauszuhelfen“, weist die Kinder-, Jugend- und Familiensprecherin der Grünen, Barbara Neßler, auf von Justizministerin Alma Zadić geplante Maßnahmen hin. Für minderjährige Zeuginnen und Zeugen von häuslicher Gewalt gibt es künftig juristische und psychosoziale Prozessbegleitung.

Neßler macht anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen auch darauf aufmerksam, dass in den Monaten der Corona-Krise nicht nur Gewaltakte gegen Frauen gestiegen sind, sondern auch jene gegen Kinder. Und zwar in mehrfacher Weise, denn wenn Mütter von Gewalt betroffen sind, erleiden Kinder, die das miterleben, enormen psychischen Druck und Schmerz. Hier wird die geplante Maßnahme zum Schutz von minderjährigen Zeuginnen und Zeugen von Gewalt im sozialen Nahraum Hilfestellung bringen.

„Die Zahlen für das heurige Jahr, die mir die Betreiber*innen des Sorgentelefons für Kinder ‚Rat auf Draht‘ in einem Gespräch genannt haben, sind insgesamt alarmierend“, berichtet Neßler. Demnach sei ein Anstieg von 88 Prozent bei Kindern und Jugendlichen, die physische Gewalt in ihren Familien erleben, verzeichnet worden. Zudem ein Plus von 146 Prozent bei psychischen Erkrankungen wie Panikattacken, Depression, Borderline oder Zwangsstörungen sowie ein Anstieg von 54 Prozent bei Kindern mit Suizidgedanken. „Hier müssen wir hinschauen und auch aktiv werden, Einrichtungen und Strukturen stärken, die präventiv wirken, aber auch Schutz bieten, wenn es bereits zu Gewaltakten gekommen ist. Die Aufstockung des Frauenbudgets, das auch mehr Schutz vor Gewalt sichert, ist ein wichtiger, aber sicher nicht der letzte Schritt, den wir gehen werden“, schließt Neßler.​

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