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am 7. März

Grüne zu Frauentag: Fehlende soziale Absicherung von Frauen im Alter beschämend

Gabriele Fischer, Berivan Aslan - „Sozialleistungen und Pensionen müssen Benachteiligungen von Frauen ausgleichen“

„Armut ist in allen Lebensabschnitten ein Problem, aber im Alter hat es besonders weitreichende Konsequenzen“, so die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan und die Grüne Tiroler Landtagsabgeordnete Gabriele Fischer anlässlich des Internationalen Frauentags am 8.3.. Die Grünen Frauenpolitikerinnen fordern Maßnahmen, die Frauen besonders im Alter finanziell und sozial entlasten.

Immer noch beziehen Frauen hierzulande um 48 Prozent weniger Pension als Männer. Der sogenannte „Pension Gap“ zwischen den Geschlechtern schließt sich nur im Schneckentempo. In den vergangenen 20 Jahren, in denen Frauen bei der Erwerbstätigkeitkeit rasant aufgeholt haben, konnte die Lücke nur um 8 Prozent verringert werden. Die Armutsgefährdungsquote von alleinstehenden Pensionistinnen ist mit 22 Prozent fast doppelt so hoch als jene von alleinstehenden Pennsionisten.

„Der derzeit festgelegte Durchrechnungszeitraum für den Pensionsanspruch benachteiligt Frauen. Das System beruht nach wie vor auf männlichen Erwerbsbiographien - das muss sich endlich ändern“, fordert Fischer.

Berivan Aslan bekräftigt die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Reform des Sozialsystem um die Ungleichheiten zu beseitigen und Frauenarmut effizient zu bekämpfen. Vor allem die Kopplung der Notstandshilfe an das Haushaltseinkommen von BezieherInnen ist ihr ein Dorn im Auge. „Diese Regelung treibt Frauen nicht nur in neue Abhängigkeiten, sondern ist auch im höchsten Maße ungerecht. Denn Frauen leisten als Erwerbstätige ja genauso ihre Beiträge in die Arbeitslosenversicherung, werden dann im Bedarfsfall jedoch vom Bezug ausgeschlossen, wenn ihr Partner über ein ausreichendes Einkommen verfügt“, so Aslan. Die Bezugsberechtigung der Notstandshilfe müsse endlich vom Haushaltseinkommen entkoppelt werden, fordert die Frauensprecherin.

Ein weiteres Problem sei das niedrige Arbeitslosengeld von Frauen, das armutsgefährend wirke. „Durchschnittlich 800 Euro Arbeitslosengeld beziehen Frauen im Fall eines Jobverlusts. Das ist offensichtlich zum Leben zu wenig“, kritisiert Aslan. Die Erhöhung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von derzeit 55 auf 70 Prozent des Letztgehalts sei deshalb vor allem zur Entlastung von Frauen nötig, so die Grüne Frauensprecherin.