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am 14. Juni

Grüne zu drohenden Abschiebungen in Landeck: "Braucht Druck von allen Seiten auf schwarz-blau"​

Georg Kaltschmid, Egg Wolfgang - Kaltschmid und Egg kritisieren Vorgehensweise als menschenverachtend und volkswirtschaftlich idiotisch.

Wie verheerend sich die verschärfte Abschiebepraxis der Bundesregierung auswirkt, zeigt sich aktuell bei fünf Lehrlingsfällen in Landeck wie die Tiroler Tageszeitung heute berichtet​.​ Dort sollen bestens integrierte Asylwerber*innen abgeschoben werden, die in den vergangenen Jahren intensiv Deutsch gelernt, Freundschaften geschlossen und eine Ausbildung bei lokalen Unternehmen begonnen haben. Der Grüne Bezirkssprecher Wolfgang Egg und der Grüne Integrationssprecher Georg Kaltschmid kritisieren die drohenden Abschiebungen heute scharf: "Als 2015 Menschen auf der Flucht zu uns kamen wurde ihnen von der Bundesregierung vermittelt, dass Integration der Schlüssel ist, dass sie hier bleiben können. Also haben sie alles daran gesetzt unsere Sprache zu lernen, sich hier einzufinden, Freundschaften zu knüpfen und auch am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Und jetzt sollen sie einfach abgeschoben werden? In unsichere Länder wie Afghanistan, wo nach wie vor der Krieg tobt und Menschen verfolgt werden", können es die beiden kaum glauben

Die Vorgehensweise sei nicht nur zutiefst menschenverachtend, sondern darüber hinaus auch volkswirtschaftlich "idiotisch" wie Georg Kaltschmid, selbst Hotelier, ausführt. "In ganz Tirol werden derzeit händeringend Fachkräfte gesucht. Und die, die eine Lehre machen wollen, werden von Innenminister Kickl abgeschoben. Das soll noch einer verstehen. ÖVP und FPÖ schaden damit der wirtschaftlichen Entwicklung in Tirol, nur um ihre populistische Ausländer-Keule schwingen zu können", ist Kaltschmid sauer.

Was dagegen helfe, sei möglichst großer öffentlicher Druck, wie die Tiroler Grünen ausführen. "Es braucht Druck von allen Seiten. Je mehr Menschen sich dagegen auflehnen, desto eher wird die Bundesregierung einlenken." Die beiden Politiker verweisen auf eine Petition, die in Oberösterreich ins Leben gerufen wurde. Insgesamt haben schon über 50.000 Menschen die Petition "ausbilden statt abschieben" unterschrieben, darunter viele Unternehmer*innen und auch der ehemalige Vizekanzler Mitterlehner. Selbst der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, hat sich vor Kurzem für ein Bleiberecht von Lehrlingen ausgesprochen.

"Humanität und wirtschaftlicher Hausverstand werden nur dann siegen, wenn der Druck auf verantwortliche Nationalratsabgeordnete wie Dominik Schrott groß genug wird. Dann putzen sie sich nicht mehr so einfach ab. Denn sie sind für die Gesetze zuständig. Gesetze, die man ohne weiteres ändern kann, wenn man will", schließt der Grüne Bezirkssprecher Wolfgang Egg.​

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