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am 5. Juni

Grüne plädieren weiterhin für 3plus2 Regelung bei asylsuchenden Lehrlingen

Georg Kaltschmid - "Lehrlingsmangel in den Tiroler Hotel- und Gastronomiebetrieben ist allgegenwärtig"

Der grüne Wirtschafts- und Integrationssprecher Georg Kaltschmid reagiert alarmiert auf den Lehrlingsmangel in Österreich: "Seit in Österreich asylsuchende Lehrlinge abgeschoben werden, melden sich zahlreiche verzweifelte Hoteliers und Gastronomen bei mir und bitten mich um Hilfe. Denn in nahezu jeder Branche wird es immer schwieriger Lehrlinge und qualifizierte Fachkräfte zu finden. Gerade den Hotel- und Gastronomiebetrieben gehen die Arbeitskräfte aus." Das Anliegen der Betriebe sei dabei jedes mal dasselbe: Sich in der Ausbildung befindende Asylsuchende sollten nicht mehr abgeschoben werden.

Die jetzige Situation sei unzfriedenstellend, wie der jüngste Vorfall in Leutasch zeigt: Nur noch ein Monat hätte dem armenischen Kellnerlehrling Tengis gefehlt, um seine Lehre abzuschließen. Diese Woche wurde er mit nur wenigen Tagen Vorlauf abgeschoben. Freunde, Kollegen und der Hotelbesitzer, in dem Tengis gearbeitet hatte, sind bestürzt, traurig und enttäuscht über das Vorgehen des Innenministeriums.

Dass die vorherrschende Abschiebepraxis in Österreich nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein menschliches Fiasko ist, steht für den grünen Landtagsabgeordneten Kaltschmid fest: "Im Normalfall sind die Betriebe mit ihren Lehrlingen zufrieden. Es ist eine Win Win-Situation für Betriebe und Asylsuchende. Die Lehrlinge haben, wenn ihr Asylbescheid positiv ausfällt, dann schon einen Beruf erlernt und eine feste Anstellung. Die Betriebe können sich dann auf die Lehrlinge, die bereits mehrere Jahre in ihrem Betrieb gearbeitet haben, verlassen. Die Abschiebung durchbricht das."

Dabei sei die österreichische Wirtschaft auf Lehrlinge angewiesen. Auch in diesem Jahr zeigt sich das gleiche Bild: Der Aufschrei in der Gastronomie und bei den Hoteliers ist groß, denn es mangelt in der kommenden Sommersaison wieder an Personal. "Die Wirtschaftskammer bemüht sich sehr, wieder junge Leute zu motivieren eine Lehre zu beginnen. Doch das machen nicht genug. Gerade deshalb ist es für mich unverständlich, warum junge Menschen, die eine Lehre machen wollen oder bereits ihre Lehre begonnen haben, abgeschoben werden. Das schadet den Betrieben in Tirol. Deshalb fordere ich die Übergangsregierung und die Tiroler Abgeordneten in Wien auf, sich für eine pragmatische und auch menschliche Politik einzusetzen und diesen Wahnsinn von Ex-Innenminister Herbert Kickl sofort zu beenden", fordert Kaltschmid.

Die Grünen fordern bundesweit eine 3plus2 Regelung für asylsuchende Lehrlinge. "In unserem Nachbarland Deutschland hat sich die Regelung 3+2 (3 Jahre Lehre und 2 Jahre die Möglichkeit zu arbeiten) gut etabliert. Hier sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Das schafft Sicherheit für die Betriebe und auch für die Asylsuchenden", so Kaltschmid.​

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