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am 19. November

Grüne wollen bei Kinderbetreuung mutige Weiterentwicklung

Stephanie Jicha - Jicha: „Kinderbetreuungsplatz soll so selbstverständlich werden wie ein Volksschulplatz“

Die Aktuelle Stunde im Landtag nutzten die Tiroler Grünen heute für eine intensive Debatte über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Grüne Bildungs- und Familiensprecherin Stephanie Jicha hob in ihrem Redebeitrag hervor, dass die Corona Krise für viele ein „Augenöffner“ in Bezug auf die vielfältigen Herausforderungen und Belastungen von jungen Familien ist. „Aber dieser kräfteraubende Balanceakt zwischen Beruf, Kinderbetreuung und auch das Kümmern um die Eltern oder Großeltern ist für viele keine coronabedingte Ausnahme, sondern ein belastender Dauerzustand, der viele zum Verzweifeln bringt.“

Ein Dauerzustand, dem aus Sicht der Tiroler Grünen Abhilfe geschafft werden müsse. „Es braucht eine mutige Weiterentwicklung in der Kinderbetreuung, damit die Arbeitswelt und die privaten Anforderungen unter einen Hut gebracht werden können. Und zwar so, dass Familien nicht ausbrennen“, so Jicha.

Das vorhandene Betreuungsangebot passe mit der Lebensrealität vieler Tiroler*innen oft nicht mehr zusammen. „9 Wochen Sommerferien, 1 Woche Herbstferien, 2 Wochen Weihnachtsferien, 1 Woche Semesterferien und 1 Woche Osterferien Das ergibt 14 Wochen Ferien im Jahr für Schülerinnen. Demgegenüber stehen 5 Wochen Urlaub für Arbeitnehmer*innen“, führte Jicha aus. Das fehlende Angebot in der Ferienzeit und das nach wie vor geringe Nachmittagsbetreuungsangebot führe viele Frauen geradewegs in die „Teilzeitfalle“, die später vielfach Altersarmut zur Folge habe. „Wir müssen handeln“, fordert Jicha.

Konkret sieht die Grüne Abgeordnete Handlungsbedarf bei der unterstützenden Infrastruktur. „Ein ganztägiger, ganzjähriger, wohnortnaher und leistbarer Kinderbetreuungsplatz soll so selbstverständlich werden wie ein Volksschulplatz. Das ist unser Ziel, das wir erreichen wollen“, sagt Jicha. Was früher einmal als infrastrukturelle Sahnehäubchen galt, müsse für die Grünen zum verpflichtenden Standard werden. Das könne zum Beispiel durch einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz erreicht werden. „Die derzeitige Unsicherheit würden wir so in ein verankertes Recht umwandeln“, so Jicha. Mit entsprechenden Übergangszeiten wäre das eine mutige Weiterentwicklung in den Gemeinden. Dass eine Prüfung des Landes ergeben habe, dass ein Recht auf einen Kinderbetreuungsplatz mit gewissen Kosten verbunden sei, ist für die Grüne Landtags-Vizepräsidentin kein ausschließendes Argument. „Ja, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es nicht zum 0-Tarif. Das sollte es uns aber Wert sein.“​

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